• 20210422-IMG_001
Die Dienstversammlung der Kommandanten, welche jährlich im Frühjahr stattfindet, ist das Großereignis, an dem sich die Kreisbrandinspektion im Namen der Feuerwehren des Landkreises Altötting Politik und Öffentlichkeit präsentiert und Rechenschaft über das zurückliegende Jahr ablegt.

Während die Versammlung pandemiebedingt im letzten Jahr komplett ausfiel und die Rahmenbedingungen eine Präsenzveranstaltung weiterhin nicht ermöglichen, entschieden sich die Verantwortlichen, die Dienstversammlung in diesem Jahr virtuell einzuberufen. So hatten sich am Donnerstagabend zur Übertragung aus dem Burghauser Feuerwehrhaus nicht nur zahlreiche Vertreter aus dem Feuerwehrwesen und von Behörden und Blaulichtorganisationen des täglichen Miteinanders eingewählt, sondern auch zahlreiche politische Mandatsträger; allen voran Landrat Erwin Schneider.
Kreisbrandrat Franz Haringer ging im Rahmen seines Grußwortes mit seinen Ausführungen zur Corona-Pandemie auch gleich auf das alles bestimmende Thema ein. „Es wird zunehmend schwieriger, unseren Stand zu halten und Corona ist seit 14 Monaten wie eine Fußfessel, die uns trotz intensiver Anstrengungen lähmt und vieles gar ganz verhindert“, erklärte Haringer. Ausbildung war über viele Monate nicht möglich und dass zeitweise in Kleingruppen vertretbar Übungs- und Ausbildungsbetrieb stattfindet ist nicht nur wünschenswert, sondern das einzige Mittel, um die Feuerwehren halbwegs auf Stand zu halten. Auch wurde ein Teil der Ausbildung online durchgeführt. Hier sieht Haringer die Politik in der Pflicht, die Feuerwehren mit technischem Equipment und Software besser auszustatten. Bisher seien hier die Feuerwehren auf sich gestellt. „Trotz der mittlerweile langanhaltenden Pandemie waren die Feuerwehren des Landkreises zu jeder Zeit einsatzbereit“, erklärte der Kreisbrandrat abschließend.

Im Totengedenken wurde der verstorbenen Kameraden gedacht. Seit der letzten Dienstversammlung mussten die Feuerwehren des Landkreises von E-KBI Franz Haringer sen. und E-KBM und Kreisjugendwart Werner Laumann Abschied nehmen.
Einen Überblick über die Einsatzzahlen des zurückliegenden Jahres gab Kreisbrandinspektor Martin Estermaier. In Summe mussten die Feuerwehren des Landkreises zu 1.657 Einsätzen ausrücken, welche sich in 1.006 technische Hilfeleistungen, 216 Brände, 37 Gefahrguteinsätze, 183 Fehlalarmierungen, 163 sonstige Tätigkeiten und 52 Sicherheitswachen aufgliedern.

Kreisbrandinspektor Alois Wieser wies in seinem Bericht auf die alles andere als zufriedenstellende Situation an den Staatlichen Feuerwehrschulen hin. Der Landkreis Altötting bekommt Lehrgangsplätze an den Schulen in Geretsried, Regensburg und Würzburg nicht in ausreichender Zahl zugeteilt, was vor allem für das Coronajahr 2020 galt. Von 327 benötigten und gebuchten Lehrgangsplätzen erfolgte lediglich für 88 eine Zuteilung.

Über die Situation an den Kreisausbildungsstellen und bei den Leistungsprüfungen "Wasser" und "Technische Hilfeleistung" informierte Kreisbrandinspektor Johann Bernhard. Die Aktivitäten in diesen Bereichen litten auch schwer unter Corona. 2020 absolvierten 43 Teilnehmer die Leistungsprüfung THL. Im Jahr 2019 waren es noch 283. Ebenso rückläufig war die Teilnehmerzahl bei der Leistungsprüfung "Wasser", wo 183 Teilnehmern aus dem Jahr 2020 322 Absolventen aus dem Jahr 2019 gegenüberstehen.

Kreisjugendwart Rupert Maier gab einen Einblick in die Lage bei der Nachwuchsarbeit. Die Mitgliederzahl sei im Vorjahr zwar um sieben gestiegen, doch sei die Situation schwierig und es ist zu befürchten, dass wegen dem Dauer-Lockdown "der Neustart nicht gut gelingt". Onlineübungen waren im Nachwuchsbereich nur temporär ein adäquates Mittel, "hier ist mittlerweile die Luft allerdings raus", so Maier. 16 Teilnehmer stellten sich im Jahr 2020 der Jugendleistungsprüfung. Im Jahr zuvor waren es noch 93. Auch feste Größen im Kalender der Jugendwehr, wie etwa der Wissenstest oder ein Zeltlager fielen aus. Einzig die Friedenslichtübergabe konnte unter strengen Hygieneschutzmaßnahmen im minimalen Rahmen erfolgen. 68 Mitglieder der Jugendfeuerwehr konnten im letzten Jahr in den aktiven Dienst übertreten.

Im Bericht des Kreisbrandrates ging Franz Haringer unter anderem auf das Thema Löschwasserrückhaltung näher ein, welches seiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Die Rückhaltung sei nicht nur bei Industrieanlagen wichtig, sondern auch bei einer Vielzahl von weiteren Objekten, wie Tankstellen, Kläranlagen oder Biogasanlagen. "Wenn man das hohe Transportaufkommen von flüssigen Gütern auf der Schiene und auf der Straße in unserem Landkreis betrachtet, gewinnt das Thema noch mehr an Bedeutung", so Haringer. Aus diesem Grund wurde von der Kreisbrandinspektion im letzten Jahr auch ein Schulungszug der Deutschen Bahn gebucht, an welchem zahlreiche Feuerwehrdienstleistende praktisch und theoretisch in der Bekämpfung von Leckagen ausgebildet wurden.

Landrat Erwin Schneider hob in seinem Grußwort, welches zugleich der letzte Tagesordnungspunkt war, die Bedeutung der Feuerwehr als Bestandteil des Systems der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, hervor. Die Pandemiebekämpfung sei laut des Ausführungen des Landrates eine "zentrale gesellschaftliche Aufgabe" und auch die Feuerwehren tragen mit all ihren Schutzmaßnahmen bestmöglich dazu bei.

Nächste Termine

Lehrgangstermine

Inhalte einreichen